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Melanie


Im wärmend Badgeplätscher lieg
an diesem kalten Tag ich,
es streichelt wippend mich, ich flieg
weit fort und sinne an Dich.
Am Handtuch liegt ein Blatt Papier,
dieweil ich mich recht pflege,
beschreib ich ein paar Verse Dir,
die ich von Herzen hege.


Wie geht es Dir, Du Liebliche,
hast Freud im Frühlingskleide?
Lässt nicht heran das übliche,
auf dass Dein Herz nicht leide?
Lang her hatten wir einmal bloß
uns innig unterhalten:
Du warst so hehr, Dein Liebreiz groß
und strahlend angestalten.


Augen, funkelnd von Gefühl
so lustvoll frisch an Leben,
und sanft wie rein voll Freud und Will
Dein Herz, als möcht es beben.
Du bist sehr zart, ja weich wie Samt,
will heben Dich von Herzen,
dass nie entmutigt und erlahmt
Du seist, wärst fern von Schmerzen.


Ich muss gestehn, ich war perdue:
es war ein coup de foudre -
doch kenn ich der Verliebten Müh,
bin halt kein junges Luder.
Ich maße mir bei Gott nicht an,
Dich irgend zu bedrängen:
nur, dass ES mir Dich angetan
beflügelt mich um Längen.


Die Anmut und Bescheidenheit
wie Du Gitarre spieltest
eröffnete mein Herz so weit,
erlaubte, dass du wühltest.
Du wusstest nichts; bist ohne Harm
bis heute, wirst es bleiben:
hab bitte weder Angst noch Scham,
will Dir nichts bös´ beileiben.

Denn, ob Dich hunderte begehrn
und wolln für sich Dich nützen,
werd wie mein Leben Dich verehrn
und Dich vor Heuchlern schützen.
- Obschon ich weiß, das kannst Du gut,
bist Meistrin Deines Lebens
und Schülrin Deiner süßen Glut:
Prinzessin nicht vergebens.


Was war von Weibern ich enttäuscht
gleichwohl als wie von Männern:
die einen sind vom Geld geräuscht,
die andren bloß vom Schwängern.
Ich dacht schon, dass ich kaum mehr je
ein Fräulein möcht begehren,
ob ich Dich schon als Freifrau seh:
Du könntest mich bekehren.


Bin, Melanie, nicht reich zur Zeit,
bin nur erfüllt von Sonne
im Herzen, doch das reicht soweit,
dass es erstrahlt in Wonne.
Ich – zugegeben – träume auch
von einem Erdenhäußchen
inmitten Hügeln, Baum und Strauch,
Getier und Wasserbräußchen.


Bin, so beweibt ich war, nun frei,
All-Ein, wie Gott mich machte,
doch Lieb´ ist mir nicht einerlei:
ich möcht ´s nur angehn sachte.
Denn wieviel Dummheit spürt´ ich schon,
Stolz, Gier an Mann und Weibe,
zwar glückbeschenkt an Kinderlohn,
doch ausgenützt am Leibe.


Dass dies mir nie mehr widerfährt,
wandt ich mich an die Stille,
wart frei auf sie, geduldverklärt,
die nicht verkam zur Hülle.
Bin jetzt, wie nie scheint ´s, so verzückt,
mein´ Ohnmacht mir vergeb ich,
auch dass ich alt bin und verrückt,
denn, um zu lieben, leb ich.



In duftgen Feengärten gar
hört Glöckchen ich, sah Lichter:
... der Faun, er ist verliebt, der Narr
und obendrein noch Dichter!
Hast dir aus Elfenstaub erkorn
die holde Fee - vermisst sie,
hättst gern auf ewig dich verlorn,
mit ihr: schweig nur und küss sie.


Der Tag ist in die Nacht verliebt,
der Frühling in den Winter,
das Leben in den Tod sich gibt,
der Liebe folgen Kinder.
Lässt sie dich gehn und liebte nur
die heitren Schmetterlinge,
würdst du verstehn, bedrängst nicht stur
der Liebe schönste Dinge ...


Wusst nicht mehr, was ich sagen soll:
Das Schönste doch auf Erden,
der Frühling und die Liebe wohl
müssen zu Schanden werden.
Unsterblich dieser Welt ist nichts,
ist Anfang, ist auch Ende.
Selbst Galaxien des Himmelslichts:
sie tanzen in die Wende.


Ging in die klare Frühlingsnacht,
die Veilchen sind erschrocken,
ich hab die Blumen toll gemacht
vom Weinen zum Frohlocken:
die Rose ward vor Scham so rot,
der Mond verwundert freundlich,
die Lilie blass wie der Tod,
der Wind verstummt, fast peinlich:


Süßester Meerstern aller Fraun,
Liebgunst mit Dir zu teilen
als achtsam Freund, himmlischer Faun
fühlst Du mein Herz zuweilen ?
Und alle hatten sie gelauscht.
Hab Schlimmes ich verbrochen,
als ich von Liebesglut berauscht
die Sterne hab besprochen

 
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